Was eine Beteiligungsplattform wirklich enthält
Der sichtbare Teil — Projektseite und Zeichnungsformular — ist der kleinere. Darunter liegen:
- Identifikation der Zeichner
- rechtssichere elektronische Unterschrift
- Dokumentenerzeugung und Archivierung
- Zahlungsabwicklung und Abgleich der Eingänge
- Zins- und Tilgungsläufe über die gesamte Laufzeit
- Steuerbescheinigungen
- Verwaltung von Adressänderungen, Abtretungen, Erbfällen
- Reporting und Datenschutzpflichten
Jeder dieser Bausteine ist einzeln beherrschbar. Zusammen ergeben sie ein Produkt, kein Projekt.
Die Kostenfrage stellt sich zweimal
Bei einer Eigenentwicklung fällt der erste Betrag vor dem Start an — und der zweite jedes Jahr danach: Wartung, Sicherheitsupdates, Anpassungen an geänderte Anforderungen, Support für Zeichner. Der laufende Anteil wird in Business Cases regelmäßig unterschätzt, weil er nicht als Projekt, sondern als Betrieb auftaucht.
Wann Eigenentwicklung sinnvoll ist
- Beteiligung ist selbst das Produkt, nicht ein Mittel zur Projektfinanzierung.
- Es existiert ein dauerhaftes Produkt- und Entwicklungsteam.
- Die Prozesse weichen so stark vom Markt ab, dass Standard nicht passt.
Wann White-Label sinnvoll ist
- Es sollen mehrere Projekte nacheinander platziert werden.
- Die Marke soll die eigene sein, die Technik aber nicht die eigene Verantwortung.
- Time-to-Market zählt: Die erste Kampagne soll in Wochen laufen, nicht in Quartalen.
Die Kriterien, die man vertraglich prüfen sollte
| Thema | Zu klären |
|---|---|
| Markenauftritt | Eigene Domain, Logo, Farben, Absenderadressen |
| Datenhoheit | Exportierbarkeit, Auftragsverarbeitung, Speicherort |
| Modellvielfalt | Werden Nachrangdarlehen, Genussrechte, Anteile unterstützt? |
| Laufende Verwaltung | Zinsläufe, Bescheinigungen, Zeichnerkommunikation |
| Skalierung | Was kostet das zweite, dritte, zehnte Projekt? |