Projektentwicklung · Burgbrohl-Weiler

Solarplätze für Weiler: vom Parkplatz zum Treffpunkt, der Strom erzeugt.

Öffentliche Plätze bekommen Solardächer, finanziert von den Menschen im Ort. Die Plätze bleiben bei jedem Wetter nutzbar, der Strom wird vor Ort verbraucht, und die Beteiligten erhalten ihre Verzinsung als Strombudget aus der eigenen Anlage. Die Seite zeigt das Vorhaben und zugleich den Weg dorthin, Schritt für Schritt mit den Tools von EN2RE.

Pilotprojekt · Ortsgemeinde Burgbrohl, VG Brohltal · Stand September 2026

Dorfplatz Weiler heute: gepflastertes Parkfeld mit Bruchsteinscheune und Wohnhäusern
≈ 4 m freiHolz-Solarport · 95 kWp Glas-Glas · 520 m²
HeuteSolarplatz
Der Dorfplatz heute und als Solarplatz. Skizze EN2RE nach dem Vorbild eines Holz-Solarports in Systembauweise: Brettschichtholz-Stützen auf Stahlsockeln im Raster 8 × 9,6 m, Pultdach (5°) mit semitransparenten Glas-Glas-Modulen, 3–4 m frei unter den Pfetten. Maßstab aus den Fahrzeughöhen im Bild abgeleitet. Kennzeichen und Beschriftungen unkenntlich gemacht.
Die Vision

Ein Dach für das Ortsleben: draußen sitzen, auch wenn es regnet

Ein Solardach aus Glas macht den zentralen Platz zum Treffpunkt für das ganze Jahr. Gastronomie und Markt bekommen mehr Außenfläche, Vereine einen festen Ort für ihre Feste, und der Strom vom Dach geht an die Nachbarn. Wo heute Autos parken, entsteht die gute Stube des Ortes.

CAFÉ · BISTRO123456

Draußen regnet es, drinnen sitzen die Gäste im Trockenen: Café im verglasten Wintergarten-Bereich.

Der ganze Platz

CAFÉ · BISTRO123456
Architekturskizze EN2RE, schematisch. Dargestellt ist ein Holz-Solarport in Systembauweise mit Glas-Glas-Modulen.
  1. 1

    Solardach aus Glas

    Semitransparente PV-Module lassen Tageslicht durch und erzeugen Strom für den Ort.

  2. 2

    Wintergarten bei Bedarf

    Verglaste Schiebewände schließen einen Bereich im Winter zum geschützten Kaltwintergarten.

  3. 3

    Draußen essen, das ganze Jahr

    Die Gastronomie bewirtet unter dem Dach von März bis November und bei jedem Wetter.

  4. 4

    Markt, Feste, Vereine

    Wochenmarkt, Weinstand und Dorffest finden auch bei Regen statt, ohne Mietzelt.

  5. 5

    Laden unter dem Dach

    Ladepunkte für Autos und E-Bikes nutzen den Solarstrom direkt vom Platz.

  6. 6

    Strom für die Nachbarn

    Über Energy Sharing beziehen Haushalte im Ort den Strom aus der eigenen Anlage.

Mehr Umsatz im Ortskern

Außenplätze, die nicht vom Wetter abhängen, bringen Gäste und Kundschaft auch im Frühjahr, Herbst und an Regentagen.

Ein Ort, der verbindet

Markt, Feierabend, Vereinsfest: Der Platz wird wieder zum Treffpunkt statt zur Abstellfläche.

Strom, der im Ort bleibt

Die Menschen finanzieren das Dach selbst und bekommen ihre Zinsen als Strom vom eigenen Platz.

Vorbild aus der Großstadt: Leipzig überdacht erstmals einen öffentlichen Parkplatz mit PV (1 MWp, 915 MWh im Jahr). Weiler überträgt die Idee in den Ortskern.

Das Potenzial in Zahlen

Fünf Flächen, ein Ort, rund 6 GWh Solarstrom pro Jahr

Gerechnet mit der Simulations-Engine des Energy Brick Builder: 15-Minuten-Auflösung, gemessene Wetterdaten 2025 für jeden Standort.

5,7 MWp

installierbare Leistung auf allen fünf Flächen

6,1 GWh

Solarstrom pro Jahr, so viel wie rund 2.000 Haushalte verbrauchen

798 T€

Nutzen pro Jahr vor Ort: vermiedener Strombezug plus Einspeiseerlös

1.241 t

CO₂ pro Jahr weniger, nur der selbst genutzte Strom gerechnet

Praxistraining · Projektpfad

Sieben Schritte von der Idee zur Emission

Jeder Schritt zeigt, was passiert, welches Tool ihn unterstützt und was dabei für Weiler herauskam. Die Schritte 02 bis 04 laufen in Schleifen: Auslegung, Struktur und Wirtschaftlichkeit werden so lange angepasst, bis das Projekt trägt.

Die Schritte 02–04 werden in Schleifen wiederholt.

01 · Projektidee

Flächen finden, Interesse prüfen

Am Anfang steht eine Initiative aus dem Ort. Lagepläne und Kartendaten zeigen, welche Plätze, Parkplätze und Dächer infrage kommen. Bevor Geld in die Planung fließt, fragt eine unverbindliche Interessenbekundung ab, wer Strom beziehen, sich beteiligen oder eine Fläche anbieten würde.

Beispiel Weiler

5

Potenzialflächen, vom Dorfplatz bis zum Gewerbegebiet

520 m²

Pilotfläche Dorfplatz (36 × 14,5 m, nachgemessen)

40

Haushalte als Resonanzschwelle für den Ortsgemeinderat

Übung: Messen Sie eine Fläche in Ihrem Ort auf einer Karte aus und rechnen Sie mit 0,18 kWp je m² überdachter Fläche. Wie groß wäre die Anlage?

02 · Technische Auslegung

Leistung, Lastprofil, Speicher

Im Energy Brick Builder werden Anlage und Verbrauch zusammengeführt: Modulleistung und Ausrichtung, Lastprofile der Abnehmer (Haushalte, Gewerbe, Ladepunkte), optional ein Speicher. Die Engine rechnet ein ganzes Jahr in 15-Minuten-Schritten mit gemessenen Wetterdaten des Standorts.

Teil der Schleife

Beispiel Weiler

95 kWp

bewusst unter 100 kWp: keine Pflicht zur Direktvermarktung

96,5 MWh

Jahresertrag, 1.016 kWh/kWp (Anlagengüte 0,75 wegen Bäumen)

46 %

im Ort genutzt: 20 Haushalte per Energy Sharing und 6 Ladepunkte

Übung: Erhöhen Sie im Builder den Haushaltsverbrauch von 60 auf 90 MWh. Wie ändern sich Eigenverbrauch und Autarkie?

03 · Strukturierung

Wer baut, wer besitzt, wer zahlt?

Festgelegt werden Emittentin, Flächeneigentum und Kostenaufteilung, außerdem das Beteiligungsmodell: Genussrecht, Nachrangdarlehen oder Mitgliedschaft, mit Bar- oder Stromverzinsung. Die richtige Struktur entscheidet oft mehr über die Wirtschaftlichkeit als die Technik.

Teil der Schleife

Beispiel Weiler

  • Das Tragwerk (Holz-Solarport in Systembauweise, Richtwert 150–250 €/m² Dachfläche inkl. Fundament und Montage, also 80–130 T€) ist Teil der Platzgestaltung und läuft über Ortsgemeinde und Dorferneuerungsförderung.
  • Die PV-Technik (≈ 95 T€) finanzieren die Bürger über eine Bürgerenergie-Gesellschaft als Emittentin.
  • Die Ortsgemeinde stellt die Fläche und tritt nicht selbst als Emittentin auf.
  • Der Strom geht per Energy Sharing (§ 42c EnWG) an Haushalte im Ort, die Verzinsung wird als Strombudget statt in bar gutgeschrieben.

Übung: Was passiert mit der Amortisation, wenn die Bürger auch das Tragwerk finanzieren müssten? Die Antwort steht in Schritt 04.

04 · Wirtschaftlichkeit

Rechnet sich das und für wen?

Aus der Auslegung ergeben sich Nutzen pro Jahr, Eigenverbrauch und Amortisation. Trägt das Projekt nicht, geht es zurück zu Schritt 02 oder 03: andere Leistung, ein Speicher, andere Abnehmer oder eine andere Kostenaufteilung. Das wird wiederholt, bis das Optimum gefunden ist.

Teil der Schleife

Beispiel Weiler

22 J.

Dorfplatz mit Tragwerk: trägt nicht → zurück zu 03

8,3 J.

nach neuer Struktur, nur auf den PV-Anteil gerechnet

+12 Pkt.

Gewerbehallen: 1 MWh Speicher hebt den Eigenverbrauch von 51 auf 63 %

Übung: Vergleichen Sie in der Tabelle die Gewerbehallen mit und ohne Speicher. Lohnt sich der Speicher über die Amortisation oder vor allem wegen des begrenzten Netzanschlusses?

05 · Beteiligungsrechner

Zins und Laufzeit so wählen, dass jedes Jahr trägt

Der Beteiligungsrechner stellt Direktinvestition und Bürgerbeteiligung gegenüber. Aus Investition und jährlichem Überschuss ergeben sich Zins, tilgungsfreie Zeit und Tilgung. Das Ziel: Die Beteiligung wird in keinem Jahr zur Liquiditätslücke, und die Zinsen bleiben im Ort.

Beispiel Weiler

Varianteschwächstes JahrgetilgtZinsen
4 % · 5 J. tilgungsfrei · 9.500 €/J.-2.353Jahr 1539.900
5 % · 5 J. tilgungsfrei · 9.500 €/J.-3.303Jahr 1549.875
Empfehlung: 3,5 % · 3 J. tilgungsfrei · 7.000 €/J.+622Jahr 1734.230

Als Strombudget: 3,5 % auf 1.000 € sind 35 € im Jahr, also rund 160 kWh Solarstrom vom Dorfplatz bei 22 ct/kWh.

Eingaben: 95.000 € Investition, 11.422 € Überschuss pro Jahr (Nutzen aus dem Builder abzüglich 1,5 % Betrieb), 475 € Verwaltung, 20 Jahre.

Übung: Finden Sie im Rechner den höchsten Zins, bei dem kein Jahr negativ wird. Tipp: Eine längere tilgungsfreie Zeit hilft nicht, eine kleinere Tilgungsrate schon.

06 · Vertragserstellung

Konditionen in einen prüffähigen Vertrag bringen

Die Konditionen aus Schritt 05 fließen in eine Vertragsvorlage für Genussrechte oder Nachrangdarlehen. Steuerberater oder Anwalt geben den fertigen Entwurf frei. Bei einem öffentlichen Angebot kommt das Informationsblatt nach Vermögensanlagengesetz hinzu.

Beispiel Weiler

  • Emittentin: Bürgerenergie-Gesellschaft vor Ort (Rechtsform offen, z. B. GmbH & Co. KG oder eG)
  • Genussrecht oder Nachrangdarlehen, 3,5 % p. a. als Strombudget, 3 Jahre tilgungsfrei, Laufzeit bis 17 Jahre
  • Zu prüfen: Befreiung nach § 2a VermAnlG (Schwarmfinanzierung) und Informationsblatt (VIB)

Übung: Welche drei Angaben aus Schritt 05 müssen unverändert im Vertrag stehen?

07 · Emission

Zeichnungsstrecke öffnen, Anteile vergeben

Die Emittentin legt die Beteiligung mit Zeichnungsfrist, Anteilen und Verzinsung auf der Plattform an, der Vertrag hängt automatisch daran. Die Anleger registrieren sich und stellen eine Zeichnungsanfrage. Daraus entsteht die verbindliche Zeichnung, und nach Zahlungseingang steht der Anteil im Register. Im ersten Schritt läuft das über eine bestehende Plattform mit Energy-Sharing-Programm.

Beispiel Weiler

  • Beteiligung mit Zeichnungsstrecke anlegen (Emittentin)
  • Registrieren und Zeichnungsanfrage stellen (Anleger)
  • Zeichnung aus der Anfrage erstellen, Zahlung, Eintrag ins Register, Zertifikat
  • Laufender Betrieb: Jahresabschluss, Gutschrift des Strombudgets, Steuerlauf, Belege

Hinweis: Die Plattform ist technische Infrastruktur. Das Rechtsverhältnis besteht direkt zwischen Emittentin und Anleger, und fremde Angebote werden nicht vermittelt.

Wirtschaftlichkeit · alle Fälle

Jede Fläche im Energy Brick Builder nachgerechnet

„Öffnen“ lädt den jeweiligen Fall in den Builder. Dort lässt sich jede Annahme ändern.

Fläche und NutzungLeistungErtrag/JahrEigenverbr.Nutzen/JahrGrobkosten ±30 %AmortisationMögliche EmittentenBuilder
1Dorfplatz
Platzdach, Energy Sharing an Haushalte, 6 Ladepunkte
95 kWp97 MWh
1.016 kWh/kWp
46 %12.800190–240 T€22,3 J.Bürgerenergie-Gesellschaft, Ortsgemeinde als FlächengeberinÖffnen
2Freizeitpark
Treffpunkt-Dach, Energy Sharing an Haushalte
60 kWp63 MWh
1.057 kWh/kWp
31 %7.100120–160 T€27,9 J.Sport- oder FördervereinÖffnen
3Einzelhandels-Parkplatz
Solar-Carports, Eigenverbrauch des Markts
370 kWp401 MWh
1.084 kWh/kWp
44 %46.400550–700 T€16,9 J.Grundstückseigentümer oder BetriebÖffnen
4Gewerbehallen
Aufdach-PV, Eigenverbrauch des Betriebs
1.400 kWp1.517 MWh
1.084 kWh/kWp
51 %191.6001,1–1,4 Mio €7,2 J.Betrieb mit BürgerbeteiligungÖffnen
Gewerbehallen mit 1 MWh Speicher
entlastet den begrenzten 20-kV-Anschluss
1.400 kWp
+ 1.000 kWh
1.517 MWh
1.084 kWh/kWp
63 %219.1001,45–1,8 Mio €8,3 J.VarianteÖffnen
5Industriedächer + Carports
Gesamtausbau mit Ladepunkten für 100 E-Autos
3.730 kWp4.043 MWh
1.084 kWh/kWp
56 %540.4004,0–5,0 Mio €9,5 J.Betrieb oder Carport-GesellschaftÖffnen
Industriedächer im Gewerbegebiet
Aufdach-PV bzw. Solargründach, Eigenverbrauch
2.240 kWp2.428 MWh
1.084 kWh/kWp
69 %371.6001,8–2,2 Mio €5,9 J.Betrieb, Beschäftigte und AnwohnerÖffnen
Summe (ohne Varianten)5.655 kWp6.121 MWh798.000≈ 6,0–7,5 Mio €
  • Wetterdaten 2025 (Open-Meteo), Module flach aufgeständert (10°), Anlagengüte 0,80, am Dorfplatz 0,75 und am Freizeitpark 0,78.
  • Dorfplatz und Freizeitpark: Energy Sharing zu 22 ct/kWh an rund 20 bzw. 12 Haushalte, Einspeisung 6–6,5 ct. Betriebe: 20 ct Strompreis, 5 ct Direktvermarktung.
  • Die Verbräuche der Betriebe sind Annahmen (350 MWh, 1,5 GWh, 4 GWh). Die echten Lastgänge bestimmen den Eigenverbrauch und werden in der Vorentwicklung erhoben.
  • Amortisation = mittlere Grobkosten ÷ (Nutzen − 1,5 % Betrieb). Bei Dorfplatz und Freizeitpark enthalten die Kosten das Tragwerk; nur auf den PV-Anteil gerechnet sind es 8,3 bzw. 9,6 Jahre.
Potenzialflächen

Wo die Dächer stehen könnten

Die Lagepläne sind aus OpenStreetMap-Daten gezeichnet und genordet; die Flächen haben wir nachgemessen.

Dorfplatz1Freizeitpark2Einzelhandels-Parkplatz3Gewerbehallen4Gewerbegebiet · ≈ 800 m5N
Lageplan: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL). Gelb: Potenzialflächen. Fläche 5 liegt rund 800 m nordöstlich außerhalb des Ausschnitts.
Platzdach · 95 kWp1N
Platzdach 36 × 14,5 m auf dem heutigen Parkfeld, gestrichelt die mittlere Stützenreihe. Lageplan: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
1 · Pilotprojekt

Dorfplatz: vom Parkplatz zum Solarplatz

Die Parkfläche zwischen Ringstraße und Hauptstraße ist der Ortsmittelpunkt, mit Briefkasten, Schaukasten, Bänken und Tischtennisplatte. Unter dem Platzdach wird weiter geparkt, und Markt, Dorffest oder Außengastronomie finden auch bei Regen statt. Die Bäume und der Vorplatz bleiben frei.

  • 95 kWp Glas-Glas-Module im Dach eines Holz-Solarports (Brettschichtholz, Pultdach 5°)
  • 96,5 MWh/a, davon 46 % im Ort genutzt
  • PV ≈ 95 T€ über Bürger, Tragwerk über die Platzgestaltung
Treffpunkt-Dach · 60 kWp2N
Treffpunkt-Dach 24 × 14 m östlich des Bolzplatzes; gestrichelt die Option, das Spielfeld zu überdachen. Lageplan: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
2 · Vereinsprojekt

Freizeitpark: ein Dach für Treffen und Feste

Auf der Wiese neben dem Bolzplatz, am Weg entlang des Baches, steht ein Holz-Pavillon mit Solardach: Grillplatz, Unterstand, E-Bike-Ladung. Das Spielfeld zu überdachen ist eine spätere Option; sie kostet wegen der Spannweite etwa das Dreifache.

  • 60 kWp, 63 MWh/a
  • Sport- oder Förderverein als Emittent
  • Vor der Planung: Überschwemmungsgebiet prüfen

3 · Einzelhandels-Parkplatz

Solar-Carports über den Stellplatzreihen: 370 kWp auf ≈ 2.000 von 4.240 m², 401 MWh/a. 44 % nutzt der Markt direkt für Kühlung und Licht.

4 · Gewerbehallen

≈ 12.970 m² Dachfläche, 1,4 MWp, 1.517 MWh/a. Ein Speicher mit 1 MWh hebt den Eigenverbrauch auf 63 % und entlastet den begrenzten 20-kV-Anschluss.

5 · Industriedächer im Gewerbegebiet

≈ 22.650 m² Flachdach, teils begrünt: 2,24 MWp mit 69 % Eigenverbrauch, dazu optional Carports. Beschäftigte und Nachbarn können sich gemeinsam beteiligen.

Betreibermodell · zwei Stufen

Heute starten, später skalieren

Für den Start braucht es keine neue Plattform. Die Projekte werden über eine bestehende Beteiligungsplattform mit Energy-Sharing-Programm emittiert. Die Beteiligten beziehen den Strom aus der eigenen Anlage und erhalten ihre Verzinsung als Strombudget statt in bar. Eine eigene Plattform der regionalen Wirtschaftsförderung ist ein möglicher zweiter Schritt, wenn weitere Gemeinden folgen.

Stufe 1 · jetzt

Emission über eine bestehende Energy-Sharing-Plattform

Die Emittentin, etwa eine Bürgerenergie-Gesellschaft oder ein Verein, wird Mandantin auf einer laufenden White-Label-Plattform. Zeichnungsstrecke, Register und Auszahlungen laufen dort.

  • Strom aus der eigenen Anlage: Die Beteiligten beziehen den Solarstrom vom Platz über Energy Sharing.
  • Strombudget statt Barzins: Die Verzinsung wird als kWh-Guthaben gutgeschrieben.
  • Schnell umsetzbar: Plattform, Verträge und Prozesse gibt es schon, es muss auf keinen Beschluss auf Kreisebene gewartet werden.
Stufe 2 · optional später

Regionale Plattform der Wirtschaftsförderung

Wenn der Pilot zeigt, dass das Modell funktioniert, kann die Wirtschaftsförderung des Landkreises eine eigene White-Label-Ausgabe unter regionaler Marke betreiben. Gemeinden, Vereine und Betriebe im ganzen Kreis emittieren dann dort.

  • Regionale Marke und eine Anlaufstelle für alle Gemeinden
  • Interessenabfrage vorab für größere Vorhaben
  • Braucht Beschluss, Budget und rechtliche Prüfung

Rechenbeispiel Strombudget

1.000 € Beteiligung

3,5 % = 35 € im Jahr ≈ 160 kWh Solarstrom vom Platz

Rechenbeispiel Strombudget

2.500 € Beteiligung

87,50 € im Jahr ≈ 400 kWh, etwa ein Achtel des Verbrauchs eines kleinen Haushalts

Rechenbeispiel Strombudget

95.000 € Emission

im ersten Jahr ≈ 3.325 € ≈ 15 MWh Strombudget, rund ein Drittel des im Ort genutzten Stroms

Die Kapitalertragsteuer fällt auch beim Strombudget an, denn sie hängt am Zufluss und nicht am Auszahlungsweg. Die Energy-Sharing-Abrechnung nach § 42c EnWG und die Rolle des Stromlieferanten werden mit der Emittentin geklärt. Beispiele bei 22 ct/kWh.

Wer emittiert?

Ortsgemeinde

stellt die Fläche; eine Bürgerenergie-Gesellschaft emittiert · Dorfplatz

Vereine

Sport- oder Förderverein · Freizeitpark

Betriebe

Dächer und Parkplätze, auch mit Beteiligung der Beschäftigten

Mitmachen

Erst die Resonanz, dann die Emission

Bevor Geld in die Planung fließt, wird unverbindlich abgefragt, wer mitmachen würde: Strom vom Platz beziehen, sich in einer Größenordnung beteiligen, eine Fläche anbieten oder mithelfen. Sind die Schwellen erreicht, geht das Projekt mit einer zusammengefassten Auswertung in den Ortsgemeinderat.

Die Interessenbekundung ist kein Angebot und keine Zeichnung. Konditionen stehen erst fest, wenn eine Emittentin die Beteiligung veröffentlicht.

40

Haushalte, die Strom beziehen würden

95 T€

Beteiligungsabsicht für die PV-Technik

3

Vereine oder Betriebe als Unterstützer

Resonanzschwellen für den Pilot Dorfplatz

Fahrplan

Nächste Schritte

01

Konzept mit der Initiative abstimmen

Flächen bestätigen, Eigentum klären, Bildmaterial freigeben.

02

Ortsgemeinderat und Dorferneuerung

Vorstellung, Interessenabfrage starten, Grundsatzbeschluss zum Pilot Dorfplatz.

03

Emission vorbereiten

Mandant auf der Energy-Sharing-Plattform anlegen, Strombudget und Abrechnung festlegen.

04

Gespräche mit Betrieben

Lastgänge, Dachstatik und Interesse an einer gemeinsamen Beteiligung mit Beschäftigten und Nachbarn.

05

Technische Vorprüfung

Netzanschlussanfrage, Statik, Verschattung, Überschwemmungsgebiet.

06

Erste Emission: Dorfplatz

Vertrag mit Strombudget, Informationsabend, Zeichnungsphase.

Grundlagen: Lagepläne und Flächen © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), nachgemessen · Ertrag und Wirtschaftlichkeit: EN2RE Energy Brick Builder, Wetterdaten Open-Meteo 2025 · Beteiligung: EN2RE-Beteiligungsrechner · Kosten sind Grobschätzungen (±30 %) · Rechtliche Fragen (Emittentin, VermAnlG, Energy Sharing) werden vor der Emission geprüft.